| Wilhelm-Hauff-Grundschule Gotenburger Straße 8, 13359 Berlin Beginn: Winter 2009 Projektzeit: 3 Jahre Projektnummer: PSS 130103309 Förderung: Quartiersmanagement L.I.S.T. GmbH Soldiner Straße |
![]() |
| Sprachbeherrschung
ist eine der
Schlüsselkompetenzen zur aktiven Teilnahme am kulturellen und
politischen Leben einer Gesellschaft und so gehört deren Vermittlung zu
einer der dringlichsten Bildungsaufgaben im Bereich der
Integrationspolitik. Die Schule ist der exklusive und vielfach einzige
Ort, an dem Kinder mit Migrationshintergrund täglich konsequent über
mehrere Stunden mit der deutschen Sprache konfrontiert werden.
Defiziterfahrungen sind dabei nicht auszuschließen, die Folgen sind
bekannt: am Ende ist die Tür zur Teilhabe an der Gesellschaft in
vielerlei Hinsicht zugeschlagen. Im Zentrum des Projektes Märchenerzählen an der Wilhelm-Hauff-Grundschule steht als nachhaltiger Ansatz die künstlerische Vermittlung der deutschen Sprache. Über das Erzählen von Märchen erleben die Kinder die Sprache als Tor zur Phantasie, zur Welt und zu ihren Mitmenschen. Zudem wird ihnen damit die ästhetische Qualität der Sprache nahe gebracht. Durch das Erzählen internationaler Märchen ermöglicht ihnen das Projekt die Teilhabe am kulturellen Reichtum unserer Gesellschaft und der Kultur ihrer Herkunftsfamilien. Erzählen – Zuhören - Weitererzählen. Die Kinder erwerben die Fähigkeit, über einen längeren Zeitraum intensiv zuzuhören und emotional die Geschichten mitzuerleben. Sie lernen eigene Bilder in ihrem Kopf zu entwickeln und damit ihre Phantasie und Kreativität zu erweitern. Durch das Nacherzählen und Erfinden eigener Märchen entwickelt sich ihre Erzählkompetenz. Indem sie einander zuhören und gemeinsam Geschichten erfinden, stärken sie ihre Sozialkompetenz. Indem sie Märchen aus fremden Kulturen hören, entwickeln sie Achtung und Respekt vor dem Fremden. Es wird konsequent eine literarische, vom Alltag unterschiedene Sprache behauptet. Die Strukturen, Bilder, Motive und stilistische Merkmale des Volksmärchens verwurzeln sich allmählich in der Phantasie der Kinder. Voraussetzung für den Erfolg des Projektes ist die regelmäßige Teilnahme des Lehrpersonals an den Erzählstunden. Die Lehrerinnen und Lehrer erleben die Kinder nicht in der verantwortlichen Position und können Entdeckungen an ihnen wahrnehmen, die ihnen ansonsten verborgen bleiben. Damit ist auch zum anderen gegeben, dass sich die Erzählstunden mit anderen Fächern fruchtbar verknüpfen und vertiefen können. Die regelmäßige Teilnahme stellt auch eine indirekte Form der Weiterbildung für das Lehrpersonal dar. Entsprechend den Neigungen der jeweiligen Klassen sollen die erzählten Märchen zum Impulsgeber für unterschiedliche Formen schöpferischer Auseinandersetzung werden. Ein zentrales Anliegen des Projektes besteht darin, die Eltern mit einzubinden. Zu diesem Zwecke können zum einen Eltern als Zuhörer in die Erzählstunden eingeladen werden. Zum anderen werden die Schüler angehalten, die gehörten Geschichten zu Hause zu erzählen. Dieses Bindeglied soll hier verstärkt werden und zu einem direkten Kontakt zwischen Kindern, Eltern, Schule und Erzählern führen. Dafür bieten sich als Höhepunkte z. B. gemeinsame Feste an, bei denen sich Kinder, Eltern, Lehrer und Künstler in schöpferischer Form begegnen. Die Kinder stellen ihre kreativen Arbeiten vor, ergänzt durch professionelle Darbietungen ihrer Erzählerinnen. Damit sollen die Eltern ermutigt werden, sich aktiv mit eigenen Geschichten o. a. zu beteiligen. Träger: Friedrichshainer Kinder-und Jugendtheater . V. ![]() |
|